Die Sommerzeit bringt jedes Jahr zeitliche Abweichungen mit sich – nicht nur innerhalb Europas, sondern auch weltweit. In über 65 Ländern wird die Uhr im Frühjahr umgestellt. Einige Staaten verzichten jedoch auf die Zeitumstellung – mit spürbaren Folgen für Reisende. Wer Anschlussflüge erreichen oder Termine einhalten will, sollte genau wissen, wie die Uhr am Reiseziel tickt.
Inhaltsverzeichnis:
- Sommerzeitregelung in der Europäischen Union
- Keine Sommerzeit in der Türkei, Marokko und Tunesien
- Ägypten stellt später um
- Zeitunterschiede in den USA, Kanada und Mexiko
- Abweichungen auf der Südhalbkugel
- Chile bleibt bei der Sommerzeit
Sommerzeitregelung in der Europäischen Union
In der Europäischen Union wird die Uhr am letzten März-Wochenende eine Stunde vorgestellt. Diese Regelung gilt für alle 27 Mitgliedsstaaten. Die Zeitumstellung erfolgt synchron, allerdings bleibt die Differenz zwischen den Zeitzonen bestehen. So liegt Portugal weiterhin eine Stunde hinter Deutschland, während Finnland und die baltischen Staaten eine Stunde voraus sind.
Für Reisende innerhalb der EU bedeutet das: keine unerwarteten Zeitunterschiede aufgrund der Sommerzeit. Das gilt auch für Länder wie Bulgarien oder Rumänien, die sich zwar östlich befinden, aber der EU-Regelung folgen.
Keine Sommerzeit in der Türkei, Marokko und Tunesien
Südlich des Mittelmeers sieht die Lage anders aus. Länder wie die Türkei, Tunesien und Marokko verzichten auf die klassische Sommerzeit. Die Türkei liegt dadurch im Sommer nur eine Stunde vor Deutschland, im Winter sind es zwei.
Marokko nimmt eine Sonderstellung ein. Dort erfolgt eine Zeitumstellung ausschließlich während des Fastenmonats Ramadan. 2025 wird die Uhr am 23. Februar um eine Stunde zurück- und am 6. April wieder vorgestellt. Grund dafür ist das Fastenbrechen bei Sonnenuntergang, das durch die Zeitänderung früher möglich wird.
Ägypten stellt später um
Ägypten ist das einzige afrikanische Land mit einer Sommerzeit. Die Uhr wird jedoch erst Ende April umgestellt – einen Monat nach der EU. Der Rückwechsel erfolgt Ende Oktober. Die Umstellung passiert jeweils um Mitternacht am letzten Freitag im April und letzten Donnerstag im Oktober.
Der Freitag hat in Ägypten eine religiöse Bedeutung und entspricht dem westlichen Sonntag. Aus diesem Grund wird an diesem Wochentag die Zeit geändert. Auch das zeigt, wie stark kulturelle Aspekte die Zeitregelung beeinflussen können.
Zeitunterschiede in den USA, Kanada und Mexiko
Die USA starten ihre Sommerzeit bereits Mitte März. Das sorgt für zwei Wochen eine andere Zeitdifferenz zu Europa. Das Ende der Sommerzeit erfolgt dort am ersten Sonntag im November. Einige US-Bundesstaaten wie Hawaii und Arizona verzichten komplett auf die Umstellung.
Kanada orientiert sich größtenteils an den USA, doch einige Regionen gehen eigene Wege. Dazu gehören:
- Ganz Yukon
- Große Teile von Saskatchewan
- Teile von British Columbia
In Mexiko ist die Situation uneinheitlich. Offiziell wurde die Zeitumstellung 2022 abgeschafft. Dennoch stellen einige Regionen nahe der US-Grenze wie Baja California weiterhin um – ebenso wie die Isla Guadalupe.
Auch Kuba, die Bahamas und Bermudas folgen weiterhin dem US-Zeitmodell. Diese Inselstaaten nehmen an der Sommerzeit teil, obwohl ihre politische Ausrichtung teilweise gegensätzlich ist.
Abweichungen auf der Südhalbkugel
Australien führt die Sommerzeit in drei von sechs Bundesstaaten ein. Der Start erfolgt am ersten Oktobersonntag, das Ende am ersten Sonntag im April. Dadurch entstehen fünf statt drei Zeitzonen. Für Reisende kann das zur Herausforderung werden, vor allem bei Inlandflügen.
Neuseeland beginnt seine Sommerzeit eine Woche früher als Australien. Die Umstellung beginnt Ende September und endet ebenfalls im April. Die Zeitdifferenz zwischen Neuseeland und Australien variiert zwischen zwei und fünf Stunden – je nach Ort.
Chile bleibt bei der Sommerzeit
Chile ist das einzige südamerikanische Land, das weiterhin die Sommerzeit nutzt. Die Umstellung erfolgt im September und endet 2025 am 6. April. Ausgenommen sind jedoch Punta Arenas und Feuerland – dort bleibt es bei Normalzeit.
Auf der zu Chile gehörenden Osterinsel beträgt der Unterschied zum Festland zwei Stunden. In Regionen nahe dem Südpol wie Kap Hoorn lohnt sich die Sommerzeit kaum. Im Dezember geht dort die Sonne bereits um 4:45 Uhr auf und erst gegen 22:15 Uhr unter.
Sommerzeit weltweit bleibt ein komplexes System aus regionalen, politischen und kulturellen Entscheidungen. Wer international reist, sollte sich über die jeweilige Zeitregelung rechtzeitig informieren.
Quelle: WELT