Jubel bei SGS Essen nach dem erlösenden Auswärtssieg in Leverkusen
Jubel bei SGS Essen nach dem erlösenden Auswärtssieg in Leverkusen, Foto: Pixabay/Pixabay-Lizenz

Nach wochenlangem Warten hat die SGS Essen in der Frauen-Bundesliga endlich den ersehnten Befreiungsschlag geschafft. Mit einem 1:0-Erfolg bei Bayer Leverkusen sicherte sich das Team von Jessica Wissmann die ersten drei Punkte der Saison und gab die rote Laterne an Carl-Zeiss Jena ab.

Inhaltsverzeichnis:

Jessica Wissmann jubelt nach 95 Minuten Kampf

Nach fünf Minuten Nachspielzeit ertönte der Abpfiff – und Jessica Wissmann konnte ihre Emotionen kaum zurückhalten. Die Trainerin der SGS Essen hatte in Leverkusen 95 intensive Minuten erlebt. Ihre Stimme war nach dem Schlusspfiff fast weg, doch die Freude überwog. Wissmann rannte über den Platz, umarmte jede Spielerin einzeln und feierte mit der Mannschaft den ersten Saisonsieg.

Der Erfolg war auch tabellarisch von Bedeutung. Mit nur noch zwei Punkten Rückstand auf den Nichtabstiegsplatz rückt das Team wieder näher an die Konkurrenz heran. Wissmann sagte anschließend: „Das ist schwer in Worte zu fassen. Ich freue mich einfach unfassbar für die Mannschaft.“

In einem anderen spannenden Duell zeigte auch Union Berlin gegen Wolfsburg kämpferischen Einsatz – ein Zeichen für die steigende Intensität der Liga.

Jacqueline Meißner fehlt, Laura Pucks riskiert viel

Die SGS musste kurzfristig auf ihre Kapitänin Jacqueline Meißner verzichten. Wissmann entschied sich für eine defensive „Tannenbaum-Formation“. Das Konzept ging zunächst auf. Essen überstand die ersten 15 Minuten ohne Gegentor, in denen die Gastgeberinnen sonst oft stark beginnen.

Ein riskantes Dribbling von Laura Pucks hätte die Partie jedoch beinahe kippen lassen. Nach ihrem Fehlpass kam Bayer über Kögl und Fudalla zur ersten Großchance, doch der Ball landete am Außenpfosten (18.). Danach setzte Leverkusen nach und erhöhte den Druck, aber Torhüterin Kim Sindermann zeigte eine sichere Leistung. Sie ersetzte die verletzte Luisa Palmen und überzeugte mit mehreren starken Paraden.

Verletzungsschock um Paula Flach

Kurz vor der Halbzeit folgte ein Schreckmoment. Paula Flach, die bereits mit einer Spezialmaske spielte, traf der Ball unglücklich ins Gesicht. Sie musste blutüberströmt ausgewechselt werden. Ihre Mitspielerin Julia Debitzki tröstete sie minutenlang am Spielfeldrand.

Noch vor der Pause retteten Lena Ostermeier und Laura Pucks auf der Linie nach einem Eckstoß. Trotz dieser Szenen blieb Essen stabil und zeigte eine geschlossene Mannschaftsleistung. Der Zusammenhalt war deutlich spürbar.

Auch andere Teams der Liga kämpfen aktuell mit Verletzungssorgen, wie die aktuelle Übersicht zu Verletzungen im Frauenfußball zeigt.

Natasha Kowalski erzielt das entscheidende Tor

Nach dem Seitenwechsel übernahm Essen die Initiative. Vanessa Fürst bereitete über rechts vor, Natasha Kowalski nutzte schließlich in der 58. Minute eine Unsicherheit der Leverkusener Torhüterin und traf aus kurzer Distanz zum 1:0. Der Treffer entschied die Partie und brachte Essen die ersten Punkte der Saison.

In der Schlussphase verteidigte die SGS mit voller Leidenschaft. Sindermann parierte mehrere Schüsse, darunter einen von Bender (66.), und hielt das Ergebnis fest. Die Gastgeberinnen versuchten es mit hohen Bällen, doch das Bollwerk der Essenerinnen hielt stand.

Signalwirkung für den Abstiegskampf

Mit dem Sieg bei Bayer Leverkusen hat sich Essen eindrucksvoll im Abstiegskampf zurückgemeldet. Die Mannschaft zeigte Moral, Disziplin und Teamgeist – trotz Verletzungen und Drucksituation. Der Erfolg ist auch psychologisch wichtig, da er neue Energie für die kommenden Spiele bringt.

Ähnliche Aufwärtstendenzen sind auch bei anderen Vereinen zu beobachten. Die Bayern-Spielerinnen feierten zuletzt einen wichtigen Sieg in Wolfsburg und setzen damit ein weiteres Ausrufezeichen im Titelrennen.

Jessica Wissmann blickte nach dem Abpfiff erleichtert nach vorn. Ihr Team hat gezeigt, dass es trotz Rückschlägen bestehen kann – und die Saison ist noch lang.

Quelle: WAZ, MILEKCORP