Der Frauenfußball gewinnt beim FC Bayern München deutlich an Bedeutung. Investitionen steigen. Strukturen verändern sich. Entscheidungen betreffen Stadien, Wettbewerbe und die Zusammenarbeit mit Verbänden. Mehrere Kennzahlen zeigen eine klare Entwicklung, wie auch beim Rekordjahr der FC Bayern Frauen sichtbar wurde.
Inhaltsverzeichnis
- FC Bayern und Allianz Arena
- Deloitte Football Money League 2026
- World Sevens Football in Portugal
- Sportpark Unterhaching ab 2026/2027
- Ligaverband und DFB
FC Bayern und Allianz Arena
Das Viertelfinal-Heimspiel der Champions League Anfang April tragen die FC-Bayern-Frauen in der Allianz Arena aus. Gegner ist der Sieger der Paarung Manchester United gegen Atlético Madrid. Es ist bereits das dritte Spiel dort in dieser Saison. Das Team um Nationalelf-Kapitänin Giulia Gwinn nutzt damit erneut das größte Stadion des Klubs. Die Entwicklung passt zur neuen Ära in der Allianz Arena.
Die Nutzung der Arena steht für die wachsende Sichtbarkeit. Gleichzeitig signalisiert sie sportliche Ambitionen. Der Verein bindet große Spiele bewusst an große Bühnen.
Deloitte Football Money League 2026
Die FC-Bayern-Frauen steigerten ihren Umsatz in der vergangenen Saison auf 7,2 Millionen Euro. Das entspricht einer Verdopplung. Damit zählt der Klub nun zu den zehn umsatzstärksten Frauenfußballteams weltweit. Die Daten stammen aus der Football Money League 2026 von Deloitte.
Deloitte erfasste zum vierten Mal die 15 umsatzstärksten Frauenklubs. Wichtige Märkte wie die USA oder Australien fehlten wegen unvollständiger Daten. Trotzdem erreichten die Topklubs erstmals gemeinsam mehr als 150 Millionen Euro Umsatz.
- FC Arsenal mit 25,6 Millionen Euro
- FC Chelsea mit 25,4 Millionen Euro
- FC Barcelona mit 22,0 Millionen Euro
Der FC Bayern verbesserte sich von Platz 13 auf Platz 9. Eintracht Frankfurt ist der einzige weitere deutsche Klub in den Top 15 mit 4,7 Millionen Euro Umsatz. Im Vorjahr lag der Wert noch bei sechs Millionen.
World Sevens Football in Portugal
Ein wichtiger Faktor war der Turniersieg bei World Sevens Football. Der neu geschaffene Kleinfeld-Wettbewerb wurde im Mai in Portugal ausgetragen. Die Münchnerinnen erhielten dafür rund 2,3 Millionen Euro.
Diese Summe lag etwa eine Million Euro über der Prämie für den Gewinn der Champions League 2025. Der Erfolg floss direkt in die Umsatzbewertung ein. Er verdeutlicht den Einfluss neuer Wettbewerbsformate im internationalen Vergleich, mehr hier.
Sportpark Unterhaching ab 2026/2027
Der FC Bayern kaufte den Sportpark Unterhaching. Dort spielt aktuell die Spielvereinigung Unterhaching. Ab der Saison 2026/2027 werden die Bayern-Frauen ihre Heimspiele in diesem Stadion austragen.
Der Sportpark fasst 15.000 Zuschauer. Bisher spielte das Team meist am FC Bayern Campus mit 2.500 Plätzen. Vorstandschef Jan-Christian Dreesen erklärte: „Der Erwerb des Sportparks Unterhaching ist ein weiterer Meilenstein für die gesamte Entwicklung unserer FC Bayern Frauen“. Weiter sagte er: „Die neue sportliche Heimat unseres Frauen-Teams wird die Anforderungen der Uefa erfüllen und auch der Zuschauernachfrage in Zukunft gerecht“.
Die Entscheidung wird von Präsident Herbert Hainer und Ehrenpräsident Uli Hoeneß mitgetragen. Alle drei wollen die Förderung weiter ausbauen.
Ligaverband und DFB
Parallel wächst der strukturelle Druck in der Frauen-Bundesliga. Anfang Dezember 2025 wurde im Deutsche Bank Park in Frankfurt der Ligaverband Frauen-Bundesliga FBL e.V. gegründet. Eine ursprünglich geplante FBL GmbH mit dem Deutschen Fußball-Bund kam nicht zustande.
Die Verhandlungen zwischen den 14 Vereinen und dem DFB sollen am 26. Januar in Frankfurt wieder aufgenommen werden. Neue Präsidentin des Ligaverbandes ist Katharina Kiel von Eintracht Frankfurt.
Jennifer Zietz, Geschäftsführerin Profifußball Frauen beim 1. FC Union Berlin, sieht weiterhin Chancen. Sie sagte: „Es ist alles offen, die Tür ist nie zu. Es braucht mutige Schritte. Es geht um eine schnelle Entwicklung des Frauenfußballs und je mehr kompetente Personen dazu beitragen, desto besser“.
Zietz ergänzte: „Wenn die Vereine so viel investieren, dann ist es auch klar, dass sie am Ende die Stimmenmehrheit haben sollten“. Der DFB stellte für acht Jahre knapp über 100 Millionen Euro in Aussicht. Rund 50 Prozent sollen direkt an die Klubs gehen. Weitere etwa 25 Millionen Euro sind für die Zweite Liga vorgesehen, die in vier bis fünf Jahren integriert werden soll. Die Diskussionen ordnen sich damit in die breitere Geschichte des Frauenfußballs in Deutschland ein.
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FAQ
Warum spielt die Frauenmannschaft des FC Bayern in der Allianz Arena?
Die FC-Bayern-Frauen tragen ausgewählte Topspiele in der Allianz Arena aus, um die Sichtbarkeit des Frauenfußballs zu erhöhen und große internationale Partien in einem angemessenen Rahmen zu präsentieren.
Wie hoch ist der Umsatz der FC-Bayern-Frauen laut Deloitte?
Der Gesamtumsatz der FC-Bayern-Frauen lag in der vergangenen Saison bei 7,2 Millionen Euro und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt.
Welche Bedeutung hatte World Sevens Football für den FC Bayern?
Der Turniersieg bei World Sevens Football brachte dem FC Bayern rund 2,3 Millionen Euro ein und hatte einen direkten Einfluss auf die Umsatzsteigerung des Klubs.
Warum kaufte der FC Bayern den Sportpark Unterhaching?
Mit dem Erwerb des Sportparks Unterhaching schafft der FC Bayern eine neue Heimspielstätte für seine Frauenmannschaft, die ab der Saison 2026/2027 genutzt wird und 15.000 Zuschauer fasst.
Worum geht es im Konflikt zwischen Ligaverband und DFB?
Der Streit betrifft Zuständigkeiten, Mitspracherechte und die finanzielle Ausgestaltung eines geplanten Joint Ventures zur Weiterentwicklung der Frauen-Bundesliga.
Quelle: WELT, SN2 WORLD