Fußballerin beim Training vor einem mobilen Fußballtor
Mobile Tore gehören zur täglichen Trainingsarbeit. Foto: Pexels / Lizenz: Pexels

Bei tragbaren Fußballtoren gehören gelockerte Verbindungen, eine unwirksame Kippsicherung, beschädigte Netze sowie Risse an Rahmen und Schweißnähten zu den wichtigsten Mängeln. Ein Tor mit zweifelhafter Standfestigkeit darf nicht für das Training freigegeben werden. Die technischen Risiken unterscheiden sich nicht zwischen Frauen-, Männer- und Nachwuchsmannschaften. Entscheidend sind Bauart, Zustand und Nutzung. Gerade im Training werden mobile Tore jedoch häufig versetzt, für wechselnde Spielformen aufgebaut und anschließend wieder eingelagert. Dadurch werden Schrauben, Rollen, Netzhalter und Sicherungselemente wiederholt belastet.

Inhaltsverzeichnis

Warum die Prüfung vor dem Training unverzichtbar ist

Der Deutsche Fußball-Bund weist in seinem 2025 überarbeiteten Leitfaden zur Verkehrssicherungspflicht ausdrücklich auf Unfälle durch unzureichend gesicherte Tore hin. Als Beispiele nennt der DFB fehlende Antikipp-Systeme, abstehende Schrauben und eine falsche Lagerung. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung verlangt in ihrer Information 202-044 eine Sicht- und Funktionsprüfung vor jeder Benutzung sowie eine periodische, umfassende Prüfung durch eine befähigte Person.

Vor dem ersten Pass müssen Standfestigkeit, Verbindungen, Rahmen, Netzhalter, Netz und Transportbauteile sichtbar und funktional unauffällig sein. Diese kurze Kontrolle gehört zur Vorbereitung ebenso wie die Sichtung des Rasens oder Kunstrasens. Sie ersetzt keine Fachprüfung. Sie erkennt aber Schäden, die seit der letzten Nutzung oder beim Transport entstanden sind.

Ist das mobile Tor trainingsbereit?

Markieren Sie nur Punkte, die vor der Nutzung vollständig kontrolliert wurden.

Auch die übrige Platzorganisation beeinflusst die Torsicherheit. Wer Trainingszubehör für Amateurfußballerinnen sinnvoll auswählt, sollte Laufwege, Materialzonen und Torpositionen gemeinsam planen. Hürden, Stangen und Ballwagen dürfen die Sicherung nicht verdecken oder den Transportweg blockieren.

Bauteil Typischer Mangel Erkennbares Warnzeichen Reaktion vor dem Training
Kippsicherung Fehlendes, loses oder ungeeignetes Sicherungselement Tor bewegt sich beim Funktionstest oder steht nicht stabil Nicht benutzen und fachgerecht sichern
Schraubverbindungen Lockerung oder fehlendes Verbindungsteil Spiel, Klappern oder sichtbarer Spalt Nach Herstellervorgabe instand setzen
Rahmen und Schweißnähte Riss, Bruch oder Verformung Unregelmäßige Kontur, scharfe Kante oder sichtbarer Riss Sperren und fachkundig beurteilen lassen
Netz und Netzhaken Riss, übermäßige Spannung oder vorstehender Halter Offene Masche, scharfer Vorsprung oder verzogenes Netz Defektes Teil ersetzen und Befestigung prüfen
Rollen und Achsen Blockade, Schiefstand oder ausgeschlagene Lagerung Ruckeln, Schleifen oder ungleichmäßiger Lauf Transport stoppen und Mechanik prüfen lassen

Kippsicherung und Verankerung als zentrale Sicherheitsbauteile

Ein transportables Tor kann durch sein Eigengewicht stabil wirken und trotzdem nach vorn kippen. Maßgeblich ist nicht der Eindruck beim Vorbeigehen, sondern das zur Bauart passende Sicherungssystem. Nach den Hinweisen der Unfallversicherung müssen mobile Tore standfest aufgestellt und auch außerhalb des Spielbetriebs gegen Umkippen gesichert werden.

Geeignete Lösungen können fest mit dem Bodenrahmen verbundene Gegengewichte oder vorgesehene Verankerungen sein. Die konkrete Ausführung richtet sich nach Torbauart, Abmessungen, hinterer Auslage, Untergrund und Herstellerangaben. Eine pauschale Gewichtsangabe wäre deshalb ohne Kenntnis des Modells unsicher. Sandsäcke, lose Materialkisten oder improvisierte Belastungen sind kein Ersatz für ein geprüftes Sicherungskonzept.

Fehlt die vorgesehene Sicherung oder hält sie auf dem vorhandenen Untergrund nicht zuverlässig, bleibt das Tor außerhalb des Trainings. Erdanker können etwa auf aufgeweichtem Boden an Wirkung verlieren. Auch ein Gegengewicht ist nutzlos, wenn es nicht vollständig angebracht, beschädigt oder nicht fest mit dem vorgesehenen Bauteil verbunden ist.

  • Die Sicherung muss zum konkreten Tor und zum Untergrund passen.
  • Alle vorgesehenen Elemente müssen vollständig vorhanden sein.
  • Haken, Spiralen und Verbindungen dürfen nicht verbogen oder lose sein.
  • Gegengewichte dürfen nicht verrutschen oder in den Spielraum hineinragen.
  • Auch abgestellte Tore müssen kippsicher gelagert oder arretiert werden.

Bei kleinen Trainingsfeldern wechseln Tore und Übungsstationen oft ihre Position. Wird gleichzeitig mit Leitern oder Hürden fürs Schnelligkeitstraining gearbeitet, sollte eine verantwortliche Person den freien Transportweg festlegen. Das schützt Spielerinnen vor Quetsch- und Stoßstellen und verhindert, dass der Rahmen über Bordsteine oder Barrieren geschoben wird.

Schrauben, Rahmen und Schweißnähte richtig beurteilen

Die Broschüre „Fußballtore – Aufstellung, Nutzung und Sicherheit“ des Sächsischen Fußball-Verbandes bezeichnet Schraubverbindungen als besonders häufige Mangelstellen. Jede wiederholte Bewegung kann Spiel in einer Verbindung sichtbar machen. Hinweise sind Klappern, ein Spalt zwischen Profilen, eine verdrehte Strebe oder eine Schraube, die nicht mehr bündig sitzt.

Beschädigter Rahmen und abgenutztes Netz an einem mobilen Fußballtor
Beschädigte Verbindungen müssen vor der nächsten Nutzung geprüft werden. Foto: Pexels / Lizenz: Pexels

Lockere Verbindungen dürfen nur im Rahmen der Herstelleranleitung und mit den vorgesehenen Teilen nachgezogen werden. Fehlende Muttern, Unterlegscheiben oder Sicherungselemente werden nicht durch beliebige Teile aus einer Werkstattkiste ersetzt. Das Anzugsmoment und die Reihenfolge der Montage können modellabhängig sein.

Risse in Schweißnähten, Materialbrüche und deutliche Verformungen sind anders zu bewerten. Sie betreffen die tragende Struktur. Der Sächsische Fußball-Verband warnt vor eigenmächtigen Veränderungen, weil dadurch die geprüfte Konstruktion verändert werden kann. Ein solches Tor ist zu sperren und von einer fachkundigen Stelle zu beurteilen.

Ein Riss, ein gebrochenes Profil oder eine offene Schweißnaht ist kein kleiner Schönheitsfehler, sondern ein möglicher Stabilitätsmangel. Auch scharfe Kanten und hervorstehende Teile sind Ausschlussgründe für die unmittelbare Nutzung. Nach den Angaben der Sicheren Schule müssen Pfosten und Latten unbeschädigt und ausreichend abgerundet sein.

Netze, Halter und Transportrollen kontrollieren

Ein Tornetz wird durch Schüsse, Witterung, Auf- und Abbau sowie Kontakt mit dem Boden belastet. Offene Maschen können Bälle durchlassen. Größer ist das Verletzungsrisiko, wenn gebrochene oder vorstehende Netzhaken scharfe Stellen bilden. Die Sichere Schule empfiehlt versenkt angeordnete Sicherheitsnetzhaken aus verschleißfestem Kunststoff.

Das Netz darf nicht übermäßig gespannt sein. Zu hohe Spannung kann den Rückprall von Bällen verstärken und belastet Halter sowie Maschen zusätzlich. Lose Partien dürfen zugleich nicht in den Laufbereich hängen. Bei einem Austausch müssen Maschenweite, Abmessungen, Material und Befestigungsart zum Tor und zum vorgesehenen Einsatz passen.

Transportrollen sind keine Nebensache. Blockierte Rollen führen dazu, dass Helfende am Rahmen ziehen oder das Tor über den Untergrund schleifen. Schief laufende Räder, beschädigte Achsen und lose Befestigungen können den Rahmen beim Versetzen zusätzlich belasten. Tore mit Gegengewichten sollen gerollt und nach den Vorgaben des Herstellers bewegt werden.

Besonders bei Einheiten mit jungen Spielerinnen bleibt die Bewegung des Tores Aufgabe eingewiesener Personen. Hinweise zum Privattraining für junge Fußballerinnen ändern nichts an der Betreiberverantwortung auf einer Vereinsanlage. Minderjährige sollten schwere Tore nicht ohne Anleitung und Unterstützung bewegen.

  1. Trainingsfläche und vorgesehenen Standort freihalten.
  2. Sicherungselemente lösen, ohne das Tor unkontrolliert zu entlasten.
  3. Ausreichend eingewiesene Personen für das konkrete Modell einsetzen.
  4. Tor an den vorgesehenen Griff- oder Rahmenpunkten langsam bewegen.
  5. Barrieren, Kanten und enge Wendungen vermeiden.
  6. Am neuen Standort ausrichten und sofort wieder vollständig sichern.
  7. Standfestigkeit und Verbindungen vor der Freigabe erneut kontrollieren.

Vom Lagerplatz zur sicheren Trainingsfreigabe

Ein klarer Ablauf verhindert, dass ein mobiles Tor unkontrolliert bewegt oder unvollständig gesichert wird.

1

Weg freihalten

Hindernisse und Trainingsgeräte aus dem Transportbereich entfernen.

2

Sicherung lösen

Sicherungselemente kontrolliert und nach Herstellervorgabe lösen.

3

Tor bewegen

Das Tor langsam mit ausreichend eingewiesenen Personen versetzen.

4

Neu sichern

Am Trainingsort ausrichten und alle Sicherungen vollständig anbringen.

5

Freigabe prüfen

Standfestigkeit, Verbindungen, Rahmen und Netz abschließend kontrollieren.

Wartung und Dokumentation im Verein organisieren

Die DIN EN 748 in der Ausgabe 2018-04 enthält funktionelle und sicherheitstechnische Anforderungen sowie Prüfverfahren für Fußballtore. Für weitere ortsveränderliche und standortgebundene Tore gilt je nach Bauart die DIN EN 16579. Leichtgewicht-Tore werden von der DIN EN 16664 erfasst. Welche Norm einschlägig ist, hängt vom Produkt ab und sollte den Herstellerunterlagen entnommen werden.

Die DGUV Information 202-044 unterscheidet die Prüfung vor der Benutzung von der umfassenden Kontrolle durch eine befähigte Person. Sichtbare Mängel und die Funktion sind vor jeder Nutzung zu prüfen. Eine detaillierte Prüfung soll entsprechend der Gefährdungsbeurteilung periodisch und mindestens einmal jährlich erfolgen. Änderungen am Gerät lösen ebenfalls Prüfbedarf aus.

Die Verantwortung darf nicht zwischen Trainerteam, Platzwart und Vorstand verschwimmen. Der Verein sollte schriftlich festlegen, wer vor dem Training kontrolliert, wer Mängel entgegennimmt, wer das Tor sperrt und wer eine Reparatur beauftragt. Ein Prüfvermerk schafft Nachvollziehbarkeit, ersetzt aber niemals die tatsächliche Kontrolle.

  • Tor eindeutig mit Inventarnummer oder Standort kennzeichnen
  • Herstelleranleitung und technische Unterlagen verfügbar halten
  • Sicht- und Funktionsmängel sofort mit Datum erfassen
  • Gesperrte Geräte sichtbar markieren und gegen Nutzung sichern
  • Reparaturen und ausgetauschte Teile dokumentieren
  • Termin und Ergebnis der Fachprüfung aufbewahren

Der Prüfbefund einer wiederkehrenden Fachprüfung soll nach DGUV-Angaben Datum und Ort, Ergebnisse, festgestellte Mängel, die Beurteilung der weiteren Benutzung, notwendige Nachprüfungen sowie Angaben zur prüfenden Person enthalten. Für die Kontrolle müssen außerdem Herstellerunterlagen und erforderliche Prüfmittel zur Verfügung stehen.

Bei einem Mangel richtig entscheiden

Nicht jeder Defekt verlangt den Austausch des gesamten Tores. Ein loses, unbeschädigtes Verbindungselement kann möglicherweise nach Herstellerangabe befestigt werden. Ein fehlender Sicherheitsnetzhaken lässt sich häufig durch ein passendes Original- oder freigegebenes Ersatzteil ersetzen. Die Grenze ist erreicht, sobald Tragstruktur, Standfestigkeit oder sichere Geometrie zweifelhaft sind.

Befund Nutzung Nächster Schritt Freigabe
Sicherung fehlt oder greift nicht Sofort stoppen Vorgesehenes System vollständig herstellen Nach erneuter Standkontrolle
Verbindung locker, Bauteile unbeschädigt Bis zur Behebung sperren Nach Anleitung befestigen und prüfen Nach erfolgreicher Funktionskontrolle
Netz gerissen oder Halter beschädigt Nicht bespielen Passendes Teil ersetzen und Spannung einstellen Nach Sicht- und Funktionskontrolle
Riss, Bruch oder verformter Rahmen Sofort sperren Fachkundige Beurteilung und geeignete Instandsetzung Nur nach dokumentierter Klärung
Unklare Eigenkonstruktion oder Umbau Nicht verwenden Hersteller oder qualifizierte Prüfstelle einbeziehen Erst nach bestätigter Sicherheit

Nach einer Reparatur folgt keine automatische Freigabe. Zuerst muss geklärt sein, ob das vorgesehene Ersatzteil richtig montiert wurde und ob das Tor wieder standfest sowie frei von scharfen oder hervorstehenden Teilen ist. Bei Eingriffen in tragende Bereiche ist eine fachkundige Prüfung erforderlich.

Im Zweifel gilt eine einfache Entscheidung, das betroffene Tor bleibt gesperrt und das Training wird mit einer sicheren Alternative organisiert. Markierungshütchen können eine Schusszone begrenzen, ersetzen aber kein Tor und dürfen nicht als improvisierte Befestigung dienen.

Vom sichtbaren Mangel zur sicheren Entscheidung

Jedes Warnzeichen verlangt przed dem Trainingsbeginn eine eindeutige Reaktion.

WENN die Kippsicherung fehlt oder nicht hält Tor sperren und fachgerecht sichern
WENN eine unbeschädigte Verbindung locker ist nach Herstellervorgabe befestigen und prüfen
WENN Netz oder Netzhaken beschädigt sind passende Teile ersetzen und erneut kontrollieren
WENN Rahmen, Profil oder Schweißnaht gerissen sind sofort sperren und fachkundig beurteilen lassen
WENN Rollen blockieren oder das Tor schief läuft Transport stoppen und Mechanik prüfen

Wichtigste Punkte zum Merken

  • Mobile Tore müssen während der Nutzung und Lagerung gegen Umkippen gesichert sein.
  • Eine Sicht- und Funktionsprüfung ist vor jeder Verwendung erforderlich.
  • Lockere Schraubverbindungen sind eine besonders häufige Mangelstelle.
  • Risse, Brüche und offene Schweißnähte erfordern eine fachkundige Beurteilung.
  • Vorstehende Netzhaken und scharfe Kanten dürfen nicht im Spielbereich bleiben.
  • Transportrollen, Achsen und Befestigungen müssen störungsfrei funktionieren.
  • Improvisierte Gegengewichte ersetzen keine passende Kippsicherung.
  • Prüfungen, Mängel, Reparaturen und Freigaben sollten dokumentiert werden.

FAQ 

Muss ein tragbares Fußballtor bei jedem Training gesichert werden?

Ja. Ein mobiles Tor muss standfest aufgestellt und gegen Umkippen gesichert sein. Das gilt auch bei kurzen Übungsformen und für Tore, die vorübergehend nicht bespielt werden.

Reicht das Eigengewicht eines Tores als Kippsicherung?

Nur wenn die Konstruktion nach den zugehörigen Vorgaben genau dafür ausgelegt und entsprechend geprüft ist. Eine Einschätzung nach Gefühl reicht nicht aus.

Darf das Trainerteam eine lockere Schraube selbst nachziehen?

Eine einfache Verbindung darf nur mit passenden Teilen und nach Herstellerangabe befestigt werden. Bei beschädigtem Gewinde, fehlenden Sicherungsteilen oder unklarer Konstruktion ist eine fachkundige Stelle einzubeziehen.

Was ist bei einer gerissenen Schweißnaht zu tun?

Das Tor muss sofort gesperrt werden. Eine Schweißnaht gehört zur tragenden Konstruktion und darf nicht durch eine improvisierte Reparatur ersetzt werden.

Wie oft braucht ein mobiles Tor eine Fachprüfung?

Nach DGUV Information 202-044 erfolgt die umfassende Prüfung periodisch, mindestens einmal jährlich und entsprechend der Gefährdungsbeurteilung. Zusätzlich sind Kontrollen vor der Benutzung und Prüfungen nach Änderungen notwendig.

Welche Regeln gelten speziell für Frauenmannschaften?

Für die technische Sicherheit des Tores gelten dieselben Anforderungen wie in anderen Mannschaften. Organisation, Zuständigkeit und Kontrolle müssen unabhängig vom Geschlecht der Spielenden zuverlässig funktionieren.

Ein sicherer Trainingsbetrieb beginnt nicht erst mit der ersten Übung. Mobile Fußballtore müssen vor jeder Nutzung standfest, vollständig und frei von erkennbaren Schäden sein. Gelockerte Verbindungen, unwirksame Sicherungen, beschädigte Netzhaken sowie Risse an Rahmen oder Schweißnähten verlangen eine klare Reaktion. Nur ein geprüftes und ordnungsgemäß gesichertes Tor gehört auf den Trainingsplatz.

Quelle: Deutscher Fußball-Bund, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, Sichere Schule der Unfallkassen und Sächsischer Fußball-Verband sowie DIN Deutsches Institut für Normung.