Heftige Stürme haben seit Donnerstagabend den Norden Italiens stark getroffen. Betroffen sind Urlaubsregionen wie die Toskana, die Lombardei und Venetien. Straßen wurden überflutet, Dächer abgedeckt und Bäume entwurzelt. Auch am Gardasee und an der ligurischen Küste kam es zu massiven Schäden. Behörden warnen vor weiteren Gefahren durch Hochwasser und Erdrutsche.
Inhaltsverzeichnis:
- Zivilschutz meldet mehr als 1300 Einsätze in Lombardei und Venetien
- Ex-Hurrikan Erin bringt Sturm und Regen nach Italien
- Schäden in beliebten Ferienregionen wie Gardasee und Parma
- Rechte von Urlaubern bei Sturm und Überschwemmung
- Auswirkungen auf geplante Reisen nach Italien
Zivilschutz meldet mehr als 1300 Einsätze in Lombardei und Venetien
Der italienische Zivilschutz und die Feuerwehr registrierten über 1300 Einsätze. Die Schwerpunkte lagen in den Regionen Lombardei, Venetien, Piemont und Toskana.
- In der Lombardei mussten Einsatzkräfte rund 500 Mal ausrücken.
- In Mailand wurden Parks und Grünanlagen geschlossen.
- Am Flughafen Malpensa drang Wasser in Gebäudeteile ein.
Auch in Florenz wurden Radwege am Fluss Arno gesperrt. In Ligurien erreichten Sturmböen mehr als 110 km/h. Aus Venetien werden Hagelkörner gemeldet, die fast so groß wie Tennisbälle waren.
Ex-Hurrikan Erin bringt Sturm und Regen nach Italien
Der italienische Wetterdienst kündigte für den 30. August 2025 eine erhöhte Unwettergefahr für fast das gesamte Land an. Grund ist ein Tiefdruckgebiet, das in Verbindung mit den Resten des Ex-Hurrikans Erin steht.
Die Warnungen umfassen:
- Starkregen mit Überflutungen
- Hagel und Sturmböen
- Anstieg von Flusspegeln mit Hochwassergefahr
- Erdrutsche in Gebirgsregionen
Betroffen sind unter anderem Basilikata, Marken, Kalabrien, Kampanien mit Neapel, Emilia Romagna, Latium, Molise, Apulien, Toskana und Umbrien. Besonders gefährdet sind Kalabrien, Emilia Romagna, Lombardei und Venetien.
Schäden in beliebten Ferienregionen wie Gardasee und Parma
Am Gardasee standen Straßen und Tiefgaragen unter Wasser. Mehrere Bäume stürzten um. Die Panoramastraße Strada della Forra wurde wegen Erdrutschgefahr gesperrt.
In Südtirol meldete der Landesfeuerwehrverband überflutete Keller und kleinere Hangrutsche. Besonders dramatisch war die Lage in Parma. Dort fielen innerhalb einer Stunde 50 Millimeter Regen – eine Menge, die normalerweise dem gesamten Monatsdurchschnitt im August entspricht.
Rechte von Urlaubern bei Sturm und Überschwemmung
Reisende in betroffenen Regionen sollten die Lage genau verfolgen und ihre Rechte kennen. Die wichtigsten Punkte:
- Bei Pauschalreisen muss der Veranstalter unterstützen, Umbuchungen anbieten oder im Notfall eine Rückreise ermöglichen.
- Zusätzliche Übernachtungen von bis zu 3 Tagen müssen übernommen werden, wenn eine Abreise unmöglich ist.
- Individuell gebuchte Reisen sind schwieriger: Flugtickets sind oft nicht erstattbar, es gibt lediglich Steuern und Gebühren zurück.
- Unterkünfte müssen meist bezahlt werden, es sei denn, sie sind vor Ort unbenutzbar.
Laut Verbraucherzentrale Hamburg schließen viele Reise- und Rücktrittsversicherungen Naturkatastrophen aus. Nur wenige Policen decken diese Fälle ab.
Auswirkungen auf geplante Reisen nach Italien
Angesagte Gewitter mit Regen gelten nicht als außergewöhnlicher Umstand. Erst wenn es zu erheblichen Störungen kommt – etwa durch Überschwemmungen oder unbenutzbare Hotels – entstehen Rechte auf Stornierung.
Das Auswärtige Amt hat seine Sicherheitshinweise noch nicht aktualisiert. Es weist jedoch darauf hin, dass in Norditalien ganzjährig mit Überschwemmungen und Erdrutschen zu rechnen ist.
Der Deutsche Reiseverband empfiehlt, vor einer Stornierung Rücksprache mit dem Veranstalter zu halten. Umbuchungen sind oft möglich, ohne hohe Stornogebühren zu riskieren. Vorschnelle Stornierungen können teuer werden.
Quelle: Reise Reporter, YouTube