Der Winter kündigt sich mit Schnee und sinkenden Temperaturen an. Damit wächst auch die Zahl der Atemwegserkrankungen deutlich. Laut dem aktuellen Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) ist die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen in der Bevölkerung weiter gestiegen. In der Woche vom 17. bis zum 23. November wurden rund sieben Millionen neue Fälle gemeldet – über eine Million mehr als in der Vorwoche.
Inhaltsverzeichnis:
- RKI meldet hohe Infektionszahlen in Bundesländern
- Neue Influenza-Variante H3N2 und Subklade K
- Symptome und Krankheitsverlauf laut Uwe Popert
- Behörden empfehlen Grippeschutzimpfung
- Covid-19 bleibt stabil
RKI meldet hohe Infektionszahlen in Bundesländern
Besonders betroffen sind Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Die niedrigsten Werte werden in Bremen verzeichnet. Laut RKI suchten in der betreffenden Woche 1326 Personen pro 100.000 Einwohner wegen akuter Atemwegserkrankungen Arztpraxen auf. Diese Zahlen beruhen auf Daten aus etwa 600 sogenannten Sentinelpraxen, die auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet werden. Erfasst werden Fälle von Pharyngitis, Bronchitis oder Pneumonie – mit oder ohne Fieber.
- Akute respiratorische Erkrankungen (ARE) betreffen derzeit Millionen.
- Besonders betroffen sind ältere Menschen und Kleinkinder.
- RSV- und Coronaviren dominieren, Grippeviren nehmen zu.
Weitere Informationen zur Entwicklung saisonaler Erkrankungen finden Sie hier.
Neue Influenza-Variante H3N2 und Subklade K
Auch die Grippefälle nehmen früh zu. Fachleute sprechen von einem ungewöhnlichen Saisonstart. In mehreren europäischen Ländern wie Norwegen und Island begann die Grippesaison in diesem Jahr deutlich früher. In Australien wurde sogar von der „schlimmsten Grippesaison seit Beginn der Aufzeichnungen“ gesprochen.
Die Untervariante „K“ der Influenza-A-Viruslinie H3N2 sorgt für Aufmerksamkeit. Mutationen betreffen das Oberflächenprotein und könnten dazu führen, dass das Virus schneller zirkuliert. Experten gehen jedoch nicht davon aus, dass diese Variante schwerere Krankheitsverläufe verursacht.
Symptome und Krankheitsverlauf laut Uwe Popert
Grippe äußert sich meist plötzlich mit Fieber, Gliederschmerzen und starkem Krankheitsgefühl. Der Verlauf unterscheidet sich von einer Erkältung. Typische Symptome sind:
- Starke Kopfschmerzen
- Trockener Reizhusten
- Deutliches Schwächegefühl
In der Regel bessern sich die Beschwerden nach fünf bis sieben Tagen. Der Husten kann jedoch zwei bis drei Wochen anhalten. Wer unsicher ist, findet beim Patientennavi des Ärztlichen Notdienstes Unterstützung. Mehr über gesundheitliche Prävention lesen Sie auch im Beitrag mehr hier.
Behörden empfehlen Grippeschutzimpfung
Das RKI meldet eine steigende Zahl an Influenzavirus-Nachweisen. Der Anteil der H3N2-Viren wächst. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC rät dringend zur Impfung, vor allem für Risikogruppen. Laut Edoardo Colzani sei „jetzt der richtige Zeitpunkt“ für den Impfschutz.
Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung besonders für folgende Gruppen:
- Menschen ab 60 Jahren
- Schwangere
- Chronisch Erkrankte
- Bewohner von Pflegeheimen
- Personen mit erhöhtem beruflichen Risiko
Erste Daten aus England zeigen, dass der Impfstoff trotz Mutationen weiterhin ausreichenden Schutz vor schweren Verläufen bietet. Epidemiologe Timo Ulrichs bestätigt, dass die aktuelle Vakzine „guten Schutz“ bietet, auch wenn Impfdurchbrüche vorkommen können.
Für Hintergrundinformationen zu globalen Gesundheitsstrategien lesen Sie auch den Bericht über den weltweiten Pandemievertrag.
Covid-19 bleibt stabil
Die Zahl der laborbestätigten COVID-19-Fälle bleibt stabil. Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt derzeit 7,1 pro 100.000 Einwohner. In Sachsen-Anhalt (21,1) und Sachsen (17,8) sind die Werte am höchsten, in Bremen am niedrigsten. Ein weiterer Anstieg wurde laut RKI bislang nicht festgestellt.
Der Winter 2025 bringt Deutschland somit eine komplexe Mischung aus Grippe-, RSV- und Coronavirus-Infektionen. Behörden und Experten empfehlen, Impfangebote wahrzunehmen und bei ersten Symptomen ärztlichen Rat einzuholen, um schwere Krankheitsverläufe zu vermeiden.
Quelle: FOCUS online
FAQ
Warum steigen die Atemwegsinfektionen in Deutschland derzeit an?
Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) hat die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen in der Bevölkerung stark zugenommen. Ursachen sind die Zunahme von RSV-, Corona- und Grippeviren, die im Herbst und Winter besonders aktiv sind.
Welche Viren dominieren aktuell das Infektionsgeschehen?
RSV- und Coronaviren dominieren derzeit, während auch eine neue Grippevariante der Linie H3N2, die sogenannte Subklade K, vermehrt in Deutschland nachgewiesen wird.
Wie viele Menschen sind in der Woche vom 17. bis 23. November erkrankt?
Das RKI schätzt, dass es in dieser Woche rund sieben Millionen neue Fälle akuter Atemwegserkrankungen gab – etwa eine Million mehr als in der Vorwoche.
Welche Bundesländer sind am stärksten betroffen?
Besonders hohe Fallzahlen wurden in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Sachsen registriert. In Bremen sind die Zahlen aktuell am niedrigsten.
Was ist die Subklade K des Influenza-A-Virus?
Die Subklade K ist eine neue Untervariante der Influenza-A-Linie H3N2. Sie enthält Mutationen am Oberflächenprotein, wodurch sich das Virus möglicherweise schneller ausbreiten kann. Bisher gibt es keine Hinweise auf schwerere Krankheitsverläufe.
Welche Symptome sind typisch für eine Grippe?
Typisch für Influenza ist ein plötzlicher Beginn mit Fieber, Gliederschmerzen und starkem Krankheitsgefühl. Weitere Symptome sind Kopfschmerzen und trockener Reizhusten, während Schnupfen eher selten vorkommt.
Wie lange dauert eine Grippe normalerweise?
In der Regel bessern sich die Beschwerden nach fünf bis sieben Tagen. Ein trockener Husten kann jedoch bis zu drei Wochen anhalten.
Wer sollte sich laut Stiko gegen Grippe impfen lassen?
Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung für Menschen ab 60 Jahren, Schwangere, chronisch Kranke, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie Personen mit erhöhtem beruflichen Risiko.
Ist der aktuelle Grippeimpfstoff trotz Virusmutationen wirksam?
Ja, laut ersten Daten aus England schützt der Impfstoff trotz Mutationen ausreichend vor schweren Krankheitsverläufen. Epidemiologe Timo Ulrichs bestätigt ebenfalls eine gute Schutzwirkung.
Wie ist die aktuelle Lage bei COVID-19 in Deutschland?
Die Zahl der COVID-19-Fälle bleibt derzeit stabil. Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt 7,1 laborbestätigte Fälle je 100.000 Einwohner. Am höchsten ist sie in Sachsen-Anhalt und Sachsen, am niedrigsten in Bremen.